Mietrecht

 

  • Grundsätzliches:

Mieter als auch Vermieter müssen bei der Kündigung unbefristeter Mietverträge Fristen einhalten. Die Kündigung des Mietverhältnisses bedarf zudem zwingend der Schriftform. Die Bevollmächtigung einer Dritten Person zur Kündigung oder zur Entgegennahme einer Kündigung ist möglich und wirksam. Ehegatten können sich demnach für eine Kündigung auch gegenseitig bevollmächtigen. Der kündigende Bevollmächtigte hat die Vollmacht in Original zusammen mit der Kündigung vorzulegen.

  • Mieterseitige Kündigung:

Möchte ein Mieter ein unbefristetes Wohnraummietverhältnis ordentlich fristgemäß beenden, gilt nach § 573 c BGB eine gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange er die Wohnung vorab bewohnt hat. Der Mieter muss ebenfalls seine ordentliche Kündigung nicht begründen. Ist im Mietvertrag dagegen eine kürzere Kündigungsfrist vereinbart, so kann der Mieter entgegen der gesetzlichen Frist mit dieser kürzeren Frist kündigen. Es gilt hier der Grundsatz: Vertrag geht vor Gesetz. Ist hingegen im Mietvertrag eine längere Kündigungsfrist als die gesetzliche vereinbart, gilt hingegen zu Gunsten des Mieters die kürzere, gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten.

  • Vermieterseitige Kündigung:

Möchte ein Vermieter einen unbefristeten Wohnraummietvertrag ordentlich kündigen, muss er zwingend nachfolgende Grundsätze beachten:

1. Vermieter dürfen nicht ohne Grund kündigen: Einem vertragstreuen Mieter darf nur in Sonderfällen gekündigt werden. Eigenbedarf – wenn der Vermieter den Wohnraum entweder für sich oder ein enges Familienmitglied benötigt. Hinderung angemessener wirtschaftlicher Verwertung – wenn der Vermieter durch das Mietverhältnis künftig erhebliche wirtschaftliche Nachteile erleiden wird.

2. Vermieter müssen die Mietdauer des Mieters berücksichtigen: Für Vermieter gelten folgende gestaffelte Kündigungsfristen, die sich an der Dauer des bestehenden Mietverhältnisses orientieren:

Drei Monate bei einer Wohndauer bis zu fünf Jahren.

Sechs Monate bei einer Wohndauer von mehr als fünf Jahren.

Neun Monate bei einer Wohndauer von mehr als acht Jahren.

Nachstehende Tabelle dient der allgemeinen Übersicht. Sie versteht sich ohne Gewähr für den Einzelfall.Diese Kündigungsfristen gelten auch für Mietverträge die noch nach altem Mietrecht geschlossen wurden, wenn die Verträge die Geltung der gesetzlichen Vorschriften vorsehen. Im Zweifelsfall lassen Sie sich bitte rechtlich beraten!

Fristentabelle